Chronik der Gemeinde Bockhorn

Bockhorn liegt etwa 7 km östlich der Kreisstadt Erding, genau in der Mitte des Landkreises und umfasst 47 qkm. Das Gemeindegebiet mit seinen fruchtbaren Böden und seinem Wasserreichtum gehört zu den frühest besiedelten Gebieten. Das erste Volk, dessen Name uns noch bekannt ist, waren die Kelten um 500 v.Chr..

Letzte Spuren von dem Kulturvolk das rund ein halbes Jahrtausend europäische Geschichte prägte, finden wir auch heute noch in den Namen unserer Heimatflüsse (Strogn, Sempt, Vils, Isen, Isar, Inn).

Im Bockhorner Gemeindegebiet finden sich Spuren der Kelten bei Papferding, wo die Reste einer keltischen Viereckschanze zu erkennen sind. Die Kelten verloren ihre Selbstständigkeit etwa um 15 v. Chr., als Rom sein Reich bis hin zur Donau ausbreitete und die neue Provinz Raetien dem römischen Weltreich eingliederte und besiedelte.

Nach dem Niedergang des ,,Römischen Reiches“ und dem Ende der Völkerwanderung setzte eine neue Siedlertätigkeit ein. In den Ortsnamen spiegelt sich diese Besitzergreifung wieder. So weisen vor allem die ,,-ing“ Orte auf die frühen Siedlungen der ,,Bajuwaren“ hin. Im Gemeindegebiet von Bockhorn ist dies besonders an der Strogn und ihren Seitenbächen der Fall. Genauere historische Spuren sind aber erst im frühen Mittelalter auszumachen.

Der Name des heutigen Bockhorn hat weder mit Bock noch mit Horn etwas zu tun. Die älteste Schreibweise ,,Paccharun“ begegnet uns zum ersten Mal im Jahre 926 und bedeutet, dass Leute am Bach, die ,,Bacherer“ hier siedelten. Erst im Lauf der Zeit ist die Form Bockhorn amtlich festgeschrieben worden, ganz im Gegensatz zur mündlichen Überlieferung, die den Ort nach wie vor ,,Bocking“ nennt. Schon 1315 ist Bockhorn (Pachorn) mit den Filialen Kirchasch, Hecken, Salmannskirchen, Grünbach und Tankham als Pfarrei geführt.

Die früher gotische Kirche in Bockhorn wurde im Jahr 1712 abgerissen. An ihrer Stelle wurde 1723 die weiträumige Barockkirche errichtet, die mit ihrem mächtigen 36 Meter hohen Turm weit in das Land hinausgrüßt. Die Kuppel des Turmes stammt aus dem Jahre 1778, da die Ursprüngliche durch einen Blitzschlag zerstört worden war.

Bild 1: Eine Grusskarte aus Bockhorn zeigt den Ort um 1901

Bockhorn blieb wohl immer ein mehr oder weniger stilles Pfarrdorf. Zu größerer Bedeutung kam dagegen Riedersheim als Edelsitz und spätere Hofmark. Auch die anderen Namen der zum früheren Gemeindegebiet gehörenden Orte finden sich schon recht früh in alten Grundstücksurkunden. So wird Aurlfing um 890 als Urolfingen erwähnt, auf Bergarn weist um 1660 der Name Pergan hin, Deimling leitet seinen Namen von einem Timo ab. Auf Emling deutet 818 in einer Schenkungsurkunde der Name Emilo hin. Schon 778 wird über Haselbach damals Hasalpah berichtet, dass es ein romantisches Kirchlein besitzt. In einer Tauschurkunde von 957 taucht der Name Hoiccha, heute Hecken auf. Eine ganze Reihe von Urkunden befinden sich ab 976 von Ober- und Unterstrogn in den Archiven.

Bild 2: Gemeindewappen

Mit Wirkung vom 1.1.1972 wurden die Gemeinden Bockhorn, Eschlbach, Grünbach und Salmannskirchen zur neuen Gemeinde Bockhorn zusammengelegt. Von diesen Gemeinden führten Bockhorn und Grünbach eigene Wappen, die durch die Zusammenlegung untergegangen sind. Der Inhalt des heutigen Wappens setzt sich zusammen aus dem Silberhorn des im Mittelalter in Grünbach ansässigen Geschlechts der Kraft von Grünbach und dem Wellenbalken als Flusssymbol für die Strogn, die durch das Gemeindegebiet fließt.

Die Gemeinde Bockhorn hat bis heute seinen ländlichen Charakter nicht verloren. Die dazugehörenden Ortschaften wurden durch neu geschaffene Wohnsiedlungen zwar immer größer, dennoch blieb die Bebauung überschaubar. Die Einwohnerzahl erhöhte sich von 2224 Einwohnern im Jahr 1963 (damalige Gemeinden zusammen), 2450 Einwohner 1980, auf jetzt 3347 Gemeindebürger (Stand 1.3.2002).

In den letzten Jahren entstanden auch Gewerbegebiete zwischen Bockhorn und Mauggen, sowie in Richtung Grucking. Dabei mussten wir auch Abschied von unserem Lagerhaus in Bockhorn nehmen, das vor kurzem bei Unterstrogn neu errichtet wurde.

Momentan erhält Bockhorn im Rahmen eines Förderprogrammes ein neues Gesicht. Der Verlauf der Hauptstraße durch den Ort wurde verändert, dadurch wurde der Bau eines neuen Rathauses (das Alte war mittlerweile viel zu klein) ermöglicht. Außerdem war die Verlegung des Kriegerdenkmals nötig, da sich das bisherige Denkmal dort befand, wo jetzt das Rathaus steht. Die neue Gedenkstätte befindet sich heute hinter dem Rathaus am Weg zum geplanten Friedhof.

In der Ortsmitte, die sich in den nächsten Jahren auch noch verändern soll, befindet sich die Grundschule, die zur Zeit 8 Klassen mit 172 Schülern beherbergt. Der große Anbau der Schule wurde im Mai 1994 eingeweiht.

Bereits 1975 wurde die Schulturnhalle gebaut, dadurch bestand endlich auch die Möglichkeit für den Breitensport etwas zu tun. 1976 wurde der SV Bockhorn gegründet, der vor allem Gymnastik für jede Altersgruppe anbietet. Er feierte am 7.7.2001 sein 25-jähriges Bestehen und hat als größter Verein der Gemeinde derzeit 515 Mitglieder.

1990 wurde das Pfarrheim und der Kindergarten an der Heckener Straße fertiggestellt. Der Kindergarten beherbergt momentan 6 Gruppen mit insgesamt 136 Kindern. Außerdem wird im Kindergarten ab heuer eine Mittagsbetreuung für Schulkinder angeboten.

DasPfarrheimwirdintensivgenutzt,seies für Veranstaltungendes Pfarrgemeinderates, Kirchenchors,Rhythmus- und Kinderchors, Mutter-Kind-Gruppen usw.. Es ist aber auch die Heimat unserer KLJB Bockhorn, die dort regelmäßig ihre Gruppenstunden abhält und bei Pfarrfesten und Adventsingen großzügig bei der Bewirtung hilft.

Regelmäßiger Gast im Pfarrheim ist jedes Jahr vor Ostern die Theatergruppe Bockhorn mit ihren Aufführungen, die bei der Bevölkerung großen Anklang finden.

Nicht vergessen sollte man, dass - wie in Bayern üblich - alle 5 Jahre ein Maibaum aufgestellt wird. Unter tatkräftiger Zusammenarbeit des Stopselclubs und der FFW Bockhorn wurde am 1.5.1999 unser weithin sichtbarer Maibaum aufgestellt.

Bild 3: Bockhorn heute

 

Chronik der FFW Bockhorn

Die Geschichte der Feuerwehr Bockhorn ist bis 1875 zurückzuverfolgen. Im Jahre 1873 wurde durch das Kgl. Bezirksamt Erding die Errichtung einer Pflichtfeuerwehr angeordnet. Zum Feuerlöschbezirk Bockhorn gehörten Grünbach, Salmannskirchen und Eschlbach, die zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet waren. Herangezogen wurden alle männlichen Ortsbewohner zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr. Die Mannschaften bestanden aus Steigern, Spritzenmännern und Ordnungsmännern. Steiger sollten junge und gewandte Leute sein, die den Schlauchführerdienst und das Aufstellen der Leitern zu versehen, sowie Menschen und Eigentum aus gefährlichen Lagen zu retten und die Einlegung gefährlicher Gebäudeteile vorzunehmen hatten.
Aufgabe der Spritzenmänner war es, die Spritzen zu bedienen, die Schläuche zu den Leitern zu legen und für die Wasserbeschaffung zu sorgen. Den Ordnungsmännern ,,ältere Männer, die zu anderen Diensten nicht mehr wohl verwendet werden können oblag das Ausräumen aus solchen Lokalen, die ohne Steigerrequisiten oder besondere Gefahr betreten werden können, die Bewachung aller geretteten Sachen, die Absperrung des Brandplatzes und die Aufrechterhaltung der Ordnung“. Jede der drei Abteilungen sollte sich einen Führer wählen; die Gesamtleitung hatte der Bürgermeister auszuüben.

Vierteljährlich war mindestens eine zweistündige Übung abzuhalten. Ein Verzeichnis aus dem Haupstaatsarchiv München (LRA Erding) belegt, dass ab 1875 eine Pflichtfeuerwehr bestand. 

Bild 4: Auszug aus dem vierseitigen Mitgliederverzeichnis der Pflichtfeuerwehr von 1875. (StAM LRA 37718)

Namen vom Kommandanten sind nicht bekannt. Aus dem Verzeichnis geht nur hervor, dass Bartholomäus Jell aus Oberstrogn als Führer und Balthasar Seibold aus Bockhorn als Führer und Spritzenmänner diese Aufgabe übernahmen.

Bild 5: Die damalige Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Bockhorn (links) anlässlich des 50-jährigen Gründungsfest des Krieger- und Veteranenvereins Bockhorn am 18. Mai 1924

Über die weitere Geschichte der Feuerwehr Bockhorn gibt es leider keine Unterlagen. Überliefert ist nur, dass Georg Berther aus Bockhorn von 1919 - 1929 Kommandant war. 1929 wurde er von Jakob Scherer aus Oberstrogn als Kommandant abgelöst. Aus Erzählungen wissen wir, dass die Feuerwehrmänner am Sonntag nach dem Kirchgang zusammenkamen und einmal im Monat eine Übung abgehalten wurde. In seine Zeit als Kommandant fielen auch die Kriegsjahre, die Feuerwehren wurden von 1938 - 1945 per Reichsgesetz aufgelöst und waren während dieser Zeit Hilfspolizei unter staatlicher Aufsicht. Da die jungen Männer an der Front waren, mussten bei Einsätzen ältere Männer, Frauen und Mädchen Dienst leisten. Es ist bekannt, dass sogar bei Einsätzen in München Hilfe geleistet werden musste. Aufzeichnungen darüber existieren nicht, da die Einsätze der absoluten Geheimhaltung unterlagen. Jakob Scherer blieb bis 19.09.1949 Kommandant und wurde am 23.10.1949 bei einem großen Feuerwehrball zum Ehrenkommandant ernannt. Am 24. Juli 1954 verlieh ihm die Gemeinde Bockhorn sogar das Ehrenbürgerrecht.

Bild 6: Ehrenkommandant und Ehrenbürgerrecht für Jakob Scherer

Bei der Jahreshauptversammlung am 18.09.1949 wurde als neuer Kommandant Michael Huber aus Emling gewählt. Seit diesem Tag wird auch ein Protokollbuch über die Aktivitäten der Feuerwehr geführt. Am 11.10.1959 endete die 10-jährige Kommandantschaft des Michael Huber und Josef Kargl aus Oberstrogn wurde sein Nachfolger. Unter seiner Leitung fanden viele Übungen statt und es wurde das erste Leistungsabzeichen abgelegt. Josef Kargl übte dieses Amt bis zu seinem Rücktritt am 04.12.1974 aus. An diesem Tag wählte die Generalversammlung Anton Rutzmoser zum Kommandanten, ein Glücksgriff wie sich in den nachfolgenden Jahren herausstellen sollte. In seiner Amtszeit blühte die Bockhoner Feuerwehr förmlich auf. So wurde die Bockhorner Wehr z. B. mehrfach mit einem besseren Fahrzeug ausgestattet, regelmäßig Leistungsabzeichen abgelegt, eine Fahnenweihe durchgeführt und ein neues Gerätehaus errichtet. Die Zahl der Aktiven stieg ebenfalls stark an. 

Nicht leicht was es für Josef Singldinger, der vorher bereits einige Jahre als zweiter Kommandant fungierte, die Nachfolge anzutreten, als Anton Rutzmoser am 17. April 93 seinen Rücktritt bekannt gab. Doch seit seinem offiziellen Amtsantritt konnte er die Bockhorner Wehr auf dem Niveau seines Vorgängers halten. Die ersten Jahre stand ihm hier mit Hermann Baumgartner, der leider 1998 durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, ein hervorragender zweiter Kommandant zur Seite. Beide waren sehr bemüht, die Jugendarbeit voranzutreiben und auch Frauen am Feuerwehrdienst zu beteiligen. Derzeit verfügt die Freiwillige Feuerwehr Bockhorn über 62 Aktive, darunter befinden sich 5 Feuerwehranwärter und 5 Damen. 

Kommandanten

Bild 7: Berther Georg , 1919 - 29
Bild 8Scherer Jakob,1929 – 49

Bild 9Huber Michael, 1949 – 59

Bild 10Kargl Josef,1959 – 74

Bild 11Rutzmoser Anton, 1974 - 93

Bild 12Singldinger Josef, 1993 - derzeit

Fahnenweihe 1981

Mit etwas Verspätung wurde das 100-jährige Gründungsfest gefeiert. Nachdem sich die alte Fahne in einem sehr schlechten Zustand befand, entschloß man sich trotz fast leerer Kasse zum Kauf einer neuen Fahne. Die hohen Kosten, so hoffte man, sollten durch Spenden und durch das geplante 4-tägige Fest vom 21. bis 24. Mai 1981 wieder hereinkommen. Um das Risiko in Grenzen zu halten, entschloss man sich für eine Feier in überschaubarem Rahmen. Trotz schlechter Witterung ging die Rechnung auf. Das Festprogramm startete am Donnerstag  mit einer Raiffeisenversammlung, es bot am Freitag ein Tanzfestival und am Samstag einen Heimatabend. Zur Fahnenweihe am Sonntag, dem 24. Mai erschienen 35 Vereine aus der näheren Umgebung. Als Patenverein fungierte auch damals die Freiwillige Feuerwehr Kirchasch.

Bild 13: Patenbitten am 20. März 81 beim Wirt in Bockhorn

Bild 14: Weihe der neuen Fahne in der Pfarrkirche Bochkorn am 24. Mai 81

Bild 15: Festumzug durch den Ort

Feuerwehrverein

Bis zum Jahr 1985 war das Vereinsleben mit dem aktiven Feuerwehrdienst eng verknüpft und beides in einer gemeinsamen Satzung geregelt. Doch nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz war die bisherige Mustersatzung für freiwillige Feuer­wehr­­en nicht mehr auf das Vereinsleben anwendbar. In der Neufassung der Feuer­wehr­satz­ung der Gemeinde war nur mehr der rein technische Teil der Feuerwehr beinhaltet. Die innere Organisation der Feuerwehrvereine war seither im Bayerischen Feuer­wehr­ge­setz nicht mehr erfasst.Da aber in Bockhorn das Vereinsleben weiter­hin fort­ge­führt werden sollte, war eine Vereinsgründung notwendig. In der eigens einberufenen Gründungsversammlung hob man daher am 19.07.85 den eigenständigen Verein „Freiwillige Feuerwehr Bockhorn“ aus der Taufe. Zum ersten Vereinsvorstand wählte die Versammlung Johann Altmann. Den Vereinsbeitrag setzte man damals auf 6,- DM fest. Bereits am Ende des Gründungstages zählte der neue Verein 45 Mitglieder. Derzeit hat der Feuerwehrverein 116 Mitglieder, darunter auch 18 Frauen. Die Eintragung des Vereins ins Vereins­regis­ter erfolgte im Jahr 2001.

Vorstände 

Bild 16Altmann Johann,1985 – 1998
Bild 17Huber Thomas, 1998 - derzeit

Feuerwehrgerätehaus

Im Jahre 1986 erkannte die Gemeinde, dass das vorhandene Gerätehaus, Baujahr 1957, den gestiegenen Raumanforderungen des Feuerwehrdienstes nicht mehr gerecht werden kann. Nachdem eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes auf dem ursprünglichen Gelände nicht möglich war, suchte man 1987 nach einem geeigneten Grundstück. Der Grunderwerb neben dem Raiffeisengelände ging zügig voran, daher konnte noch im gleichen Jahr mit der Planung für den Neubau begonnen werden. Mit dem Beginn der Bautätigkeiten wurde am 26.4.1988 ein weiteres wichtiges Kapitel in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bockhorn aufgeschlagen. Nach nur 11 Wochen intensiver Arbeit war der Rohbau fertiggestellt und am 15.7.1988 konnte dieHebweihfeier stattfinden. Bis zur feierlichen Einweihung am 17.6.1990 wurden auch die restlichen Gewerke fast ausschließlich in Eigenleistung erbracht. Die Feuerwehrler opferten insgesamt über 4500 unentgeltliche Arbeitsstunden und ersparten der Gemeinde damit einen Großteil der, für solch ein Gebäude, üblichen Kosten.

Bild 18: Der Anfang ist gemacht

Bild 19: Nach wenigen Wochen wird bereits die Decke betoniert

Bild 20: Der Rohbau steht

Bild 21: Auch die Aussenanlage macht viel Arbeit

Bild 22: Endlich fertig - Einweihung des neuen Gerätehauses am 17. Juni 90

Leistungsabzeichen

Bereits 1965 erkannten die damaligen Verantwortlichen um Kommandant Kargl, dass die steigenden Anforderungen an den Feuerwehrdienst nur durch intensives Üben in realitätsnahen Situationen gewährleistet werden kann. Aus diesem Antrieb heraus legten bereits 1965 zwei Gruppen der Bockhorner Feuerwehr das Leistungsabzeichen in Bronze ab. 

Bild 23: Eine Gruppe nach bestandenem Leistungsabzeichen 1965

Bild 24: Gruppe beim Saugschlauchkuppeln zur Leistungsprüfung am 14.6.73

Nach 1973 fand sich leider keine Gruppe für Leistungsabzeichen zusammen. Erst nachdem die Fahnenweihe 1981 die Aktiven zusammengeschweißt hatte, fiel es wieder leicht, Mitwirkende zu finden. Zwei Gruppen bereiteten sich eine Woche lang intensiv auf die Prüfung vor, die am 28.05.1982 erfolgreich abgelegt wurde. Seit diesem Tag wurde diese Ausbildungsart konsequent weitergeführt, die meisten der damaligen Teilnehmer haben in der Zwischenzeit die oberste Stufe (Gold/rot) erreicht. In manchen Jahren standen zum Teil bis zu vier Gruppen zur Leistungsprüfung an.

Bild 25: Leistungsprüfung 1984 auf dem Kirchenparkplatz
 
 

Im Nachbarlandkreis Ebersberg wurde Anfang der 90er Jahre für den Bereich der technischen Hilfeleistung eine Leistungsprüfung entwickelt. Die FFW Bockhorn erhielt in dieser Zeit gerade ein neues Löschfahrzeug, das über Rettungsschere und Spreizer verfügte. Die Bockhorner Wehr sah diese noch inoffizielle Prüfung als geeignetes Mittel an, den Ausbildungsstand auf dem Gebiet THL entscheidend voranzutreiben.

Am 13. August 93 absolvierte daher eine Gruppe aus Bockhorn als erste Feuerwehr im Gemeindebereich und als sechste im Landkreis die Leistungsprüfung zur „Technischen Hilfeleistung“. Damit zählen die Bockhorner Floriansjünger zu den Vorreitern dieser Prüfungsart. Die erfolgreiche Gruppe setzte sich zusammen aus Josef Singldinger, Josef Czech, Thomas Lampl , Markus Koberger, Thomas Nuspl, Gerhard Lemmermeier, Alfred Thalmeier, Hermann Baumgartner und Andreas Huber. Mittlerweile ist diese Prüfungsart voll anerkannt und es werden auch Abzeichen vergeben. Einige Bockhorner sind auf dem besten Weg auch im Bereich THL ihre Sammlung zu komplettieren.

Bild 26: Prüfung zur technischen Hilfeleistung

Ausrüstung

Stetig verbessert wurde die Ausrüstung der Feuerwehr. Früher hatte man nur eine Spritze, die von Hand betrieben werden musste. Mit dem Fortschritt der Technik wurde etwa 1925 eine Motorspritze angeschafft, die mit einem Einachsenanhänger ausgerüstet, von Pferden und später von einem Traktor zum Einsatzort gezogen werden konnte. Diese Motorspritze wurde 1970 durch ein neues, leistungsfähigeres Gerät ersetzt.
Im Jahre 1957 errichtete die Gemeinde ein neues Feuerwehrgerätehaus und 1975 wurde ein Feuerwehrfahrzeug der Marke Borgward gekauft.

Nach nur sieben Jahren bot sich die Gelegenheit, ein gebrauchtes Fahrzeug vom Typ LF 8 für 7500 DM von Langengeisling zu übernehmen. Der Opel Blitz entsprach nach einigen Umbauarbeiten den Erfordernissen und hatte den wesentlichen Vorteil, dass er über genormte Anschlüsse verfügte, die jederzeit mit dem Gerät anderer Wehren gekoppelt werden konnten.

Lange Zeit wurden die vier Feuerwehren der Gemeinde Bockhorn mit betagteren Fahrzeugen ausgestattet. 1991 entschied sich der Gemeinderat jedoch, diese nach und nach durch neue Fahrzeuge zu ersetzen. Nachdem einige unterschiedliche Fabrikate und Ausführungen (LF8/6, LF16/12) besichtigt und bewertet waren, einigten sich die Verantwortlichen, dass für die Bedürfnisse im Gemeindebereich ein LF8/6 der Firma IVECO ausreichend ist. 

Nachdem der Zuschuss bewilligt war, wurde das Fahrzeug bestellt und konnte am 25. Juni 1992 beim Hersteller abgeholt werden. Die Einweihung des neuen Löschfahrzeuges durch Pfarrer Klis erfolgte am 20. September 1992.

Bild 27: Stolz präsentierte sich die Bockhorner Wehr mit der ersten Motorspritze

Bild 28: Löschfahrzeug LF 8 (Opel Blitz) vor dem alten Gerätehaus

Bild 29: Das derzeitige Fahrzeug – ein LF8/6 von IVECO

Technische Daten: 

HerstellerIveco-Magirus


Motor6 - Zylinder
Baujahr
:1992
Leistung
:140 PS
Besatzung
:1 Gruppe 9 Personen

Besondere Ausstattung / Beladung: 

 

Einsätze

Auch in der Bockhorner Feuerwehr hat sich das Einsatzgebiet seit den Gründungsjahren stark gewandelt. Waren es lange Zeit überwiegend Brände, die die Aktiven ausrücken liessen, so sind es heute meist Einsätze in der Technischen Hilfeleistung. Dennoch kam es auch in jüngerer Vergangenheit im Zuständigkeitsbereich der Bockhorner Wehr zu einer Vielzahl von Einsätzen im Kampf gegen das Feuer.
Nachfolgend nur einige der Einsätze, die uns aus dem vergangenen Jahrhundert bekannt sind.

15.08.1938: Brand bei Scharl in Tankham

Mehrere Tage lang loderte das Feuer immer wieder auf, die eingebrachte Getreideernte von über 60 Tagwerk wurde vollständig vernichtet.

Herbst 1939: Brand bei Wiester in Emling

Nahezu die komplette Hofstelle beim Wiester im Emling lag in Schutt und Asche als die Flammen niedergerungen waren.

Bild 30: Abgebrannte Hofstelle beim Wiester in Emling

25.07.1950: Brand in Flanning

Beim Pumpschuster in Flanning löste ein Blitzschlag den schweren Brand aus, wobei das ganze Haus niederbrannte.

26.07.1950: Brand bei Hochholzer in Riedersheim

Abends um 10 Uhr schlug in den Stadel beim Maurer in Riedersheim ebenfalls der Blitz ein. Trotz aller Bemühungen war der Stadel nicht mehr zu retten. Er brannte völlig ab.

12.02.1969: Flugzeugabsturz in Emling

Nach einem schweren Flugzeugunglück trugen die Bockhorner Feuerwehrmänner gemeinsam mit der Fliegerhorstfeuerwehr und den Kollegen aus Erding wesentlich dazu bei, dass mehrere Soldaten vor dem Feuertod gerettet werden konnten.

Bild 31: Flugzeug und Wohnhaus völlig zerstört

30.06.1982: Brand in Düngerhalle des Raiffeisenlagerhauses Bockhorn

Vermutlich durch Feuchtigkeit erhitzte sich der Kalk im Düngekalklager so stark, dass das Holztor in Brand geriet und das Feuer rasch um sich griff. Die Flammen konnten jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden, dadurch blieb die befürchtete starke Gasentwicklung aus.

17.04.1984: Brand bei Lallinger in Riedersheim

Ein Übergreifen der Flammen vom Heustadel auf das Wohngebäude konnte durch die Feuerwehren gerade noch verhindert werden.

Bild 32: Nach dem Brand bei Lallinger 

08.10.1984: Brand einer Scheune bei Heigl in Haselbach

Die Scheune war trotz des Einsatzes der umliegenden Feuerwehren nicht mehr vor den Flammen zu retten.

Bild 33: Eine Scheune in Haselbach brannte ab

26.04.1993: Brand bei Huber in Hecken

Bis zum Eintreffen der Gemeindefeuerwehren breitete sich das Feuer schlagartig aus und das Nebengebäude brannte mit den Erntevorräten bis zur Hochtenne nieder. Das Wohngebäude blieb glücklicherweise durch die eifrigen Bemühungen der Einsatzkräfte weitestgehend verschont.

Bild 34: Feuerwehrgroßeinsatz im Hecken

03.09.1997: Brand bei Gendig in Riedersheim

Durch spielende Kinder wurde der Brand in Riedersheim ausgelöst, dem ein Großteil des alten landwirtschaftlichen Anwesens zum Opfer fiel.